Berliner Fernsehturm: Geschichte & Hintergründe

Entdecken Sie die Geschichte des Fernsehturms Berlin – von seiner Entstehung in der DDR bis zu seiner Entwicklung zum Wahrzeichen der Hauptstadt.

Unabhängige Informationsseite zum Berliner Fernsehturm

Die Geschichte des Berliner Fernsehturms begann mit dem Ausbau des Fernsehrundfunks in der DDR. Nach gescheiterten Standortplanungen in den Müggelbergen und im Volkspark Friedrichshain entschied die DDR-Führung 1964, den Turm im Zentrum Ost-Berlins zu errichten. Der Bau begann im März 1965. Am 3. Oktober 1969 wurde der Fernsehturm eingeweiht und funktechnisch in Betrieb genommen; seit dem 7. Oktober 1969 waren die Aussichtsplattform und das damalige Telecafé für Besucher geöffnet.

Geschichte auf einen Blick

Kurz erklärt

Der Fernsehturm entstand im Rahmen der Neugestaltung des Ost-Berliner Stadtzentrums. Seine Hauptaufgabe war die Übertragung von Fernsehen und UKW-Rundfunk. Gleichzeitig sollte seine weithin sichtbare Form die technische und politische Leistungsfähigkeit der DDR darstellen.

Wichtige Daten

  • 1952 – Beginn der Planungen
  • 1954–1956 – Turmprojekt in den Müggelbergen
  • Ende der 1950er Jahre – Planung im Volkspark Friedrichshain
  • 1959 – Henselmanns „Turm der Signale“
  • 1964 – Standortentscheidung für das Stadtzentrum
  • 1965–1969 – Bau des Fernsehturms
  • 3./7. Oktober 1969 – Inbetriebnahme und Besucheröffnung
  • 1979 – Anerkennung als Denkmal
  • 1995–2000 – Sanierung und Erhöhung auf 368 Meter
Berliner Fernsehturm und Berliner Dom in Berlin – Symbolbild für Geschichte und Hintergründe des Wahrzeichens.
Der Berliner Fernsehturm und der Berliner Dom stehen sinnbildlich für die bewegte Geschichte und den architektonischen Wandel der Hauptstadt.

Zeitleiste zur Geschichte des Berliner Fernsehturms

Die Geschichte des Berliner Fernsehturms reicht von den ersten Planungen für eine neue Sendeanlage über mehrere verworfene Standorte bis zum Bau im Zentrum Ost-Berlins. Die Zeitleiste zeigt die wichtigsten Stationen von den frühen 1950er Jahren bis zur heutigen Nutzung.

  1. 1952

    Erste Planungen für einen Berliner Fernsehturm

    Mit dem Ausbau des Fernsehens begann die Deutsche Post der DDR 1952 mit der Planung einer leistungsfähigen Sendeanlage für Berlin. Der neue Fernsehturm sollte eine möglichst flächendeckende Übertragung von Fernseh- und UKW-Rundfunkprogrammen ermöglichen. Zunächst wurde ein Standort außerhalb des dicht bebauten Stadtzentrums gesucht.

  2. 1954–1956

    Baubeginn und Abbruch in den Müggelbergen

    1954 begann die Deutsche Post der DDR mit dem Bau eines Fernsehturms in den Müggelbergen im Südosten Berlins. Vorgesehen waren ein etwa 130 Meter hoher Turm und eine Aussichtsplattform in rund 70 Metern Höhe. Ende 1955 wurden die Arbeiten gestoppt, weil der geplante Turm den Flugverkehr des Flughafens Berlin-Schönefeld gefährdet hätte. 1956 wurde das Projekt endgültig aufgegeben.

  3. Ende der 1950er Jahre

    Gescheiterte Planung im Volkspark Friedrichshain

    Nach dem Abbruch des Projekts in den Müggelbergen wurde ein Standort im Volkspark Friedrichshain untersucht. Auch dieses Vorhaben wurde nicht umgesetzt, nachdem die vorgesehenen Finanzmittel kurzfristig entzogen worden waren. Anschließend begann erneut die Suche nach einem geeigneten Standort.

  4. 1959

    Hermann Henselmanns „Turm der Signale“

    Der Architekt Hermann Henselmann entwarf 1959 für das neu geplante Ost-Berliner Stadtzentrum einen „Turm der Signale“. Vorgesehen war eine weithin sichtbare Höhendominante mit einem kugelförmigen Turmkopf. Der Entwurf wurde nicht direkt umgesetzt, beeinflusste jedoch die spätere Form des Berliner Fernsehturms.

  5. 1964

    Entscheidung für den Standort im Stadtzentrum

    1964 beschloss die DDR-Führung, den Fernsehturm im Zentrum Ost-Berlins zu errichten. Als Standort wurde die Fläche zwischen Alexanderplatz und Spree gewählt. Der Turm sollte die Rundfunkversorgung verbessern und zugleich als weithin sichtbare Dominante der sozialistischen Neugestaltung des Stadtzentrums dienen.

  6. März 1965

    Beginn der Bauarbeiten

    Im März 1965 begannen die Bauarbeiten am Berliner Fernsehturm. Eine öffentliche Grundsteinlegung oder einen ersten Spatenstich gab es nicht. Noch im selben Jahr wurde das Fundament fertiggestellt und mit der Errichtung des Stahlbetonschafts begonnen.

  7. 1965–1967

    Bau des Stahlbetonschafts

    Der Turmschaft entstand in Kletterbauweise. Dabei wurde die Schalung schrittweise nach oben versetzt und der Schaft abschnittsweise betoniert. Diese Bauweise ermöglichte die Errichtung des sich nach oben verjüngenden Turmkörpers ohne ein Gerüst über die gesamte Höhe.

  8. Juni 1967

    Der Turmschaft erreicht rund 250 Meter

    Im Juni 1967 erreichte der Stahlbetonschaft seine vorgesehene Höhe von rund 250 Metern. Im Inneren wurden unter anderem Aufzugsschächte, technische Leitungen und ein Nottreppenhaus angelegt. Anschließend begannen die Vorbereitungen für die Montage der Turmkugel.

  9. Oktober 1968

    Montage der Turmkugel und Richtfest

    Das tragende Stahlgerüst der Turmkugel wurde zunächst am Boden probeweise zusammengesetzt. Danach wurden die einzelnen Segmente mit Kränen nach oben transportiert und auf einer ringförmigen Plattform am oberen Ende des Schafts montiert. Nach Abschluss dieser Arbeiten wurde im Oktober 1968 Richtfest gefeiert.

  10. Ende 1968

    Montage von Antenne und Turmspitze

    Ende 1968 erhielt das Bauwerk seine Turmspitze und das oberhalb der Kugel liegende Antennengerüst. Damit war die äußere Form des Fernsehturms weitgehend fertiggestellt. Im folgenden Jahr wurden die technischen Anlagen sowie die öffentlich zugänglichen Bereiche in der Turmkugel ausgebaut.

  11. 3. Oktober 1969

    Einweihung und Beginn des Sendebetriebs

    Am 3. Oktober 1969 weihte der DDR-Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht den Berliner Fernsehturm ein. Gleichzeitig wurde die Anlage funktechnisch in Betrieb genommen. Mit dem Start des zweiten Programms des Deutschen Fernsehfunks begann an diesem Tag auch die Ausstrahlung des Farbfernsehens in der DDR.

  12. 7. Oktober 1969

    Öffnung für Besucher

    Seit dem 7. Oktober 1969, dem 20. Jahrestag der Gründung der DDR, waren die Aussichtsplattform und das damalige Telecafé für die Öffentlichkeit zugänglich. Der Fernsehturm vereinte damit die Funktionen einer Sendeanlage, eines Aussichtsturms und eines gastronomischen Standorts.

  13. 1979

    Der Fernsehturm wird Baudenkmal

    1979 erhielt der Berliner Fernsehturm in der DDR den Status eines Denkmals. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde der Denkmalschutz fortgeführt. Heute ist der Turm Bestandteil des denkmalgeschützten Ensembles zwischen Alexanderplatz, Rathausforum und Spree.

  14. Dezember 1990

    Umstellung der Sendetechnik

    Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde die Fernsehtechnik des Turms im Dezember 1990 vom in der DDR verwendeten SECAM-System auf den PAL-Standard umgestellt. Damit kam im gesamten Berliner Stadtgebiet ein einheitliches technisches System für die Fernsehübertragung zum Einsatz.

  15. 1995–2000

    Sanierung und Erhöhung auf 368 Meter

    Zwischen 1995 und 2000 wurde der Berliner Fernsehturm umfassend saniert. Dabei wurden technische Anlagen erneuert und der Antennenzylinder ausgetauscht. Durch den Umbau erhöhte sich die Gesamthöhe des Turms von ursprünglich etwa 365 auf heute 368 Meter.

  16. Heute

    Sendeturm und Wahrzeichen Berlins

    Der Berliner Fernsehturm wird weiterhin als zentraler Standort für Rundfunk- und Kommunikationsdienste genutzt. Gleichzeitig beherbergt er eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform und gastronomische Bereiche. Aus dem technischen und politischen Repräsentationsbau der DDR entwickelte sich nach 1990 ein Wahrzeichen des gesamten Berlins.

Technische und politische Funktion in der DDR

Die Hauptfunktion des Turms bestand in der Übertragung von Fernseh- und UKW-Rundfunkprogrammen. Zugleich war er als Repräsentationsbau gedacht.

Seine moderne Form, technische Höhe und Sichtbarkeit sollten die Leistungsfähigkeit des sozialistischen Staates demonstrieren. Der Turm wurde dadurch zu einem festen Bestandteil der Ost-Berliner Stadtsilhouette und der staatlichen Bildsprache.

Der Fernsehturm nach der Wiedervereinigung

Nach 1990 blieb der Fernsehturm als Sendeanlage, Aussichtspunkt und Gastronomiestandort erhalten. Im Dezember 1990 wurde die Fernsehtechnik vom in der DDR verwendeten SECAM-System auf PAL umgestellt. Zwischen 1995 und 2000 wurde das Bauwerk umfassend saniert. Durch den Austausch des Antennenzylinders erhöhte sich seine Gesamthöhe auf 368 Meter.

Gleichzeitig veränderte sich seine öffentliche Wahrnehmung. Der frühere Repräsentationsbau der DDR wurde zunehmend als Wahrzeichen des gesamten Berlins verwendet. Seine Entstehung bleibt dennoch eng mit der politischen, technischen und städtebaulichen Geschichte der DDR verbunden.

Wer entwarf den Berliner Fernsehturm?

Die Gestaltung des Berliner Fernsehturms lässt sich nicht eindeutig einer einzelnen Person zuschreiben. Hermann Henselmann entwickelte 1959 mit dem „Turm der Signale“ einen wichtigen Vorentwurf für eine städtebauliche Höhendominante mit kugelförmigem Turmkopf.

An der Planung des ausgeführten Fernsehturms waren jedoch mehrere Architekten und Ingenieure beteiligt. In unterschiedlichen Quellen werden unter anderem Fritz Dieter, Günter Franke und Werner Ahrendt als Entwerfer genannt. Gerhard Kosel leitete das Bauvorhaben zunächst und erhob später ebenfalls Anspruch auf die Gesamturheberschaft. Henselmann gilt daher als wichtiger Ideengeber, jedoch nicht zweifelsfrei als alleiniger Architekt des ausgeführten Bauwerks.

Häufige Fragen zur Geschichte des Berliner Fernsehturms

Viele Fragen zur Geschichte des Berliner Fernsehturms betreffen seine ursprüngliche Funktion, die Standortwahl, die Bauzeit und die beteiligten Architekten. Die folgenden Antworten ordnen die wichtigsten historischen Hintergründe kurz und verständlich ein.

Warum heißt der Berliner Fernsehturm Fernsehturm?

Der Name geht auf seine ursprüngliche Hauptaufgabe zurück: Der Turm wurde als Sendeanlage für das Fernsehen der DDR geplant. Von Beginn an diente er zugleich der Übertragung von UKW-Rundfunk. Heute werden vom Berliner Fernsehturm neben Fernsehen und Radio weitere Funk- und Kommunikationsdienste übertragen. Die Deutsche Funkturm weist deshalb selbst darauf hin, dass die Bezeichnung „Fernsehturm“ seine heutige technische Funktion nur noch teilweise beschreibt.

Die DDR benötigte für Berlin eine leistungsfähige Sendeanlage für Fernsehen und UKW-Rundfunk. Mit der Entscheidung für den Standort im Ost-Berliner Stadtzentrum erhielt das Projekt zugleich eine politische und städtebauliche Funktion: Der Turm sollte als weithin sichtbare Höhendominante die Neugestaltung des Zentrums prägen und die technische Leistungsfähigkeit der DDR demonstrieren.

Der heutige Berliner Fernsehturm entstand von 1965 bis 1969. Die Bauarbeiten am Standort begannen 1965; die Deutsche Funkturm datiert die Arbeiten am Fundament auf August 1965. Am 3. Oktober 1969 wurde der Fernsehturm eingeweiht und funktechnisch in Betrieb genommen. Seit dem 7. Oktober 1969 waren auch Aussichtsplattform und Telecafé für Besucher geöffnet.

Der Berliner Fernsehturm war ein staatliches Bauprojekt der DDR. Bauherr war das Ministerium für Post- und Fernmeldewesen der DDR; als ausführender Betrieb nennt das Landesdenkmalamt den VE BMK Kohle und Energie, Betriebsteil Industrieprojektierung Berlin. Die gestalterische Urheberschaft lässt sich dagegen nicht eindeutig einer einzelnen Person zuschreiben. An Planung und Entwurf waren mehrere Architekten und Ingenieure beteiligt.

Bevor der heutige Standort feststand, gab es Planungen für einen Fernsehturm in den Müggelbergen und später im Volkspark Friedrichshain. 1964 entschied die DDR-Führung, den Turm stattdessen im Zentrum Ost-Berlins zu errichten. Dort sollte er die Rundfunkversorgung übernehmen und zugleich Teil der sozialistischen Neugestaltung des Stadtzentrums werden.

Am 3. Oktober 1969 wurde der Fernsehturm durch Walter Ulbricht eingeweiht und der Sendebetrieb aufgenommen. Für Besucher öffneten Aussichtsplattform und das damalige Telecafé am 7. Oktober 1969, dem 20. Jahrestag der Gründung der DDR.

Der Fernsehturm war eine wichtige Sendeanlage und zugleich Bestandteil der staatlichen Repräsentationsarchitektur. Seine Höhe, seine moderne Gestaltung und die zentrale Lage sollten den technischen und städtebaulichen Anspruch der DDR sichtbar machen. Gleichzeitig war der Turm mit Aussichtsplattform und Gastronomie öffentlich zugänglich.

Der Fernsehturm blieb nach 1990 als Sendeanlage und Besucherziel erhalten. Im Dezember 1990 wurde die Fernsehtechnik vom SECAM- auf den PAL-Standard umgestellt. Später wurden die technischen Anlagen umfassend modernisiert; durch den Umbau der Antennenanlage erhöhte sich auch die Gesamthöhe des Turms. Heute wird der Standort weiterhin für Fernsehen, Radio und weitere Funkdienste genutzt.

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